Vorwort

In einer Welt von permanenter Zeitnot und sich immer größer auftürmenden Wissensbergen kann der einzelne mit seinen endlichen Verarbeitungskapazitäten schnell das Gefühl bekommen, dass alles 'irgendwie' über ihn 'hinweggeht'. Dennoch bleibt die 'Verantwortung für das Ganze' bestehen; wir sind keine einzelnen im Niemandsland. Wir sind als einzelner Mensch Teil einer größeren biologischen Population, die im Laufe der Jahrtausenden eine kulturelle Hülle ausgebildet hat, die -trotz aller Beschränkungen- immer mehr Kommunikation ermöglicht. Kommunikation kann Gehirne verbinden, kann ansatzweise Verstehen ermöglichen und dann -vielleicht- sogar gemeinsames Handeln dort, wo es nottut. Niemand kann heute mehr alleine für sich existieren. Ein nachhaltiges Überleben der Population Menschheit auf einem Planeten mit begrenzten -und immer mehr auch erschöpften- Ressourcen kann nur gemeinsam gelingen oder gar nicht.

In diesem Kontext habe ich mich entschlossen, mich -trotz permanenter Zeitknappheit- immer wieder mal zu zwingen, meine Meinung zu verschiedenen Aspekten unseres heutigen Lebens versuchsweise in 'lesbare Meinung' zu transformieren. Ob diese Meinungen jemals von irgendjemandem tatsächlich gelesen -oder gar kommentiert- werden, liegt nicht in meiner Hand. Mehr als sich 'öffnen', sich anfassbar machen, kann man als einzelner nicht. Hier liegt die Unwägbarkeit unseres gemeinsamen Daseins, das zu gestalten, wir aufgefordert sind, dessen tatsächliche Verwirklichung aber nur in einem Miteinander geht.

Woher wissen wir alle, was wir 'wollen' bzw. 'wollen sollten'? Die bisherige Geschichte der Menschheit zeigt, dass diese Frage -wenn überhaupt- nur sehr schwer zu beantworten ist.

Gerd Doeben-Henisch 2010-03-28