Wo bleiben die innovativen Ideen, wenn es ernst wird?
Dank des Beitrages über den geplanten neuen Hochschulpakt samt kritischer Kommentierung kann jedem Leser bewusst werden, in welch angespannter Situation sich die hessischen Hochschulen (und letztlich ja auch die Hochschulen in allen anderen Bundesländern) befinden. Auf den ersten Blick wirken die Rechenbeispiele der Wissenschaftsministerin auch plausibel. Weniger Steuern, dann 'Solidaritätsbeitrag' in Form eines 'moderaten Sparbeitrag' der Hochschulen, 'jeder' muss seinen Beitrag leisten. Wenn man aber weiß, dass einige Hochschulen schon vor der Kürzung personell unterbesetzt sind, und mit dem Anrollen der geburtenstarken und durch G8 verdichteten Jahrgängen schlichtweg überfordert sein werden, dann kann man sich zumindest fragen, ob die Wissenschaftsministerin in dieser speziellen Situation nicht doch auch nach 'neuen' Wegen der Finanzierung suchen sollte. Angesichts des absehbaren demographischen Wandels werden die kommenden Jahre besonders kritisch sein, was die Bereitstellung von motivierten und gut ausgebildeten jungen Menschen für die alternden Gesellschaft angeht. Auch die Wirtschaft, an derem Wohlergehen wir alle hängen, wird dringend geradezu jeden Mann und jede Frau benötigen, um ihre Wettbewerbfähigkeit nicht nur halten, sondern sogar verbessern zu können. Dies ist eine Schicksalsfrage für uns alle. In einer solchen Situation wirkt es nicht sehr beruhigend, wenn von der Politik nur passive, defensive Signale gesendet werden. Warum gibt es nicht auch hier den berühmten 'runden Tisch', an dem sich Politik und Wirtschaft, alle Länder, die Länder mit dem Bund, die Ressourcen der EU zu einer kreativen Initiative zu vereinigen suchen? Hat denn wirklich keiner begriffen, dass die gut ausgebildeten und motivierten jungen Menschen die einzige Versicherung für die Zukunft für uns alle sind? Was anderes kann es geben, was wichtiger sein sollte? Natürlich geht diese Frage nicht nur an die Wissenschaftsministerin direkt, sondern letztlich an das ganze Kabinett mit dem Ministerpräsidenten an der Spitze. Wo bleiben die innovativen Ideen, wenn es ernst wird?
Prof.Dr.G.Doeben-Henisch 61137 Schöneck
Gerd Doeben-Henisch 2010-03-28