Um solch eine simulationsorientierte Modellkonstruktion vornehmen zu können, sollte man sich zunächst mal klar machen, was denn in einer Simulation geschieht. Im allgemeinen Fall wird der aktuelle Zustand eines Sysstems
mittels der Systemfunktion
des Systems in seinen Folgezustand
überführt. Genauer: ein Simulator
nimmt die Beschreibung der aktuellen Zustände eines Input-Output-Systems {IN, OUT, IS} und berechnet neue Werte für diese Zustände, indem er die Beschreibung der Systemfunktion
entsprechend interpretiert (vgl. auch Bild 7.4).
Im Falle von nicht-lernenden Systemen würde die Systemfunktion
nicht verändert werden. Im Fall von lernenden Systemen wäre dies der Fall. Dann müßte man eine zusätzliche Lernfunktion
annehmen mit
. Bislang sind Realzeitsysteme normalerweise keine lernenden Systeme.
Dies bedeutet, dass der Simulator
die Sprache, in der die Beschreibungen von
vorliegen, 'verstehen' muß. Im Falle der OKSIMO Software werden die visuellen Modelle intern in die Sprache
übersetzt (:= Factor Connector Language). Diese wird nochmals weiter übersetzt in die Sprache
(= Formal Systems Language). Diese Sprache versteht der OKSIMO-Simulator. Während die FCL-Sprache parallele Prozesse erlaubt und auch der Simulator so aufgebaut ist, dass er parallel mehrere Prozesse abarbeiten kann, ist die FSL-Sprache -aus historischen Gründen- bislang rein sequentiell. Dies führt bei der aktuellen Version der OKSIMO-Software noch zu Beschränkungen, die in der Zukunft hoffentlich beseitigt werden können.
Gerd Doeben-Henisch 2009-12-09