Entsprechend der Vorlesung wird hier angenommen, dass sich die 'Welt' und ihr potentieller 'Inhalt' mit einem einzigen Begriff modellieren lassen, nämlich mit dem Begriff des Systems. So wird die Welt W aufgefasst als eine Menge von vernetzten Systemen S, die entweder über Interaktionen miteinander verknüpft sind oder über Ist-Teil-Von-Beziehungen. Ein Realzeitsystem ist dann ein RTS-System , dem man ein Umwelt-System gegenüberstellen kann. Innerhalb des RTS-Systems wiederum kann man weitere Systeme annehmen.
Ein input-Output-System besteht aus internen Zuständen
, aus einer Inputmenge
, einer Outputmenge
sowie einer Systemfunktion
. Die Vereinigung von Input- und Outputzuständen bildetdie Oberfläche/ die Schnittstelle
eines Systems. Sowohl ein Realzeitsystem
wie auch die Umgebung
zu einem Realzeitsystem sind jeweils Input-Output-Systeme.
Eine Realzeitwelt
besteht aus einer einzelnen Welt/Umgebung
und einer Menge von Realtzeitsystemen
. Mittels der Funktion act kann man den Output
eines bestimmten Systems abbilden in eine Menge von Ereignissen
. Umgekehrt bildet die Funktion
Ereignisse ab auf den Input eines Systems.
Von der Umgebung
eines Realzeitsystems wird angenommen, dass es Ereignisse
generiert, die entweder periodisch
oder aperiodisch
sind, also
. Die aperiodischen Ereignisse zerfallen weiter in sporadische
oder nicht-sporadische
, also
. Ereignisse können darüberhinaus untereinander abhängig sein oder nicht-abhängig. Man kann ihre Startzeit (
) frei wählen, ebenso die Anzahl der Ereignisse.
Von Realzeitsystemen wird angenommen, dass sie Ereignisse aus der Umgebung als Ereignis
registrieren können und dass sie auf solche registrierte Ereignisse mittels ihrer Systemfunktion
mit einer definierten Antworten
innerhalb vorgegebener Deadlines
reagieren können.
Die Input-Output-Struktur eines Realzeitsystems ist gegenüber einem allgemeinen Input-Output-System sehr viel differenzierter (vgl. Formel 7.8, das gleiche als Systemdiagramm 7.3).
Diese Anforderungen sollen nun in ein OKSIMO-Modell übersetzt werden, das sich dann auch mit dem OKSIMO-Simulator simulieren läßt.
Gerd Doeben-Henisch 2009-12-09