Migration

Ausgangspunkt sind Regionen $Reg$, mindestens zwei. Jeder Region ist eine Population $Pop(Reg)$ mit mindestens zwei Teilpopulationen zugeordnet: $Pop_{M+} \subseteq Pop$ und $Pop_{M-} \subseteq Pop$. $Pop_{M+}$ das sind die Migrationswilligen und $Pop_{M-}$ die Migrationsunwilligen. Die Migrationswilligen haben unterschiedliche Motive $M_{i}$, warum sie migrieren wollen. Jede Region hat unterschiedliche migrationsrelevante Eigenschaften $ME_{i}$. Je nach Motiv kann eine Eigenschaft für Migrationswillige anziehend wirken oder abstossend. Zusätzlich kann man noch die Wege von einer Startregion zu einer Zielregion charakterisieren durch Wegeigenschaften $W_{i}$. Dies kann die Distanz sein, Zahl der Grenzen, ethnische Konflikte, usw. Alle Wegeigenschaften zusammen bilden eine Kostenfunktion, die charakterisiert, wie schwierig es ist, ein bestimmtes Ziel zu erreichen.

In jeder Spielrunde muss eine migrationswillige Teilpopulation $Pop_{M+,i}$ folgende Entscheidungen fällen:

  1. Gibt es eine Konstellation von Motiven, durch die die Eigenschaften einer Startregion abstossend wirken, die Wegkosten nicht abschrecken und die Eigenschaften einer Zielregion so anziehend wirken, dass im Gesamteffekt ein Teil der Migrationswilligen in Richtung Zielregion aufbricht.
  2. Nach der Entscheidung der Migrationswilligen wird berechnet, wieviele der Aufbrechenden nach einer Simulationsrunde das Ziel tatsächlich erreichen. Die Teilpopulationen der Zielregionen werden entsprechend modifiziert. Gibt es schon eine Teilpopulation vom Typ der neuen Migranten, dann wächst diese Teilpopulation; handelt es sich um 'Pioniere', bildet sich eine neue Teilpopulation.

Was hier noch nicht simuliert wird, das ist die Existenz und die Integration der Migrantenteilpopulationen in den Zielregionen. Allerdings kann sich die Existenz einer zunächst migrationsbedingten Teilpopulation als zusätzliche Verstärkung für weitere Migrationen erweisen.

Dieses -noch recht einfache- Modell sollte anhand empirischer Daten überprüft und entsprechend den empirischen Gegebenheiten modifiziert werden.

Gerd Doeben-Henisch 2009-12-09