Bislang wurde einige inhaltliche Aspekte thematisiert, die im Kontext Kommunen eine Rolle spielen. In der Realität sind es einzelne konkrete Menschen, die in unterschiedliche Gruppen eingebunden sind, in deren Köpfen diese verschiedenen Aspekte als partielle Modelle verortet sind. Will man ein gemeinsames Modell bauen, das diese verschiedenen partiellen Modelle in einem Modell vereint, dann muss man versuchen, einige der partiellen Modelle als Referenzpunkte zu fixieren, um -aufbauend auf diesen- dann ein umfassenderes Modell zu erstellen. Daraus ergibt sich ein grober Plan, wie man vorgehen sollte:
Dieses Phasenmodell zur Modellgenerierung beschreibt ein ideales Modell (unbeschränkt viel Zeit und Geld). In der realen Welt ist beides knapp. Man muss daher davon ausgehen, dass die Zeit für die Erstellung von partiellen und integrierten Modellen beschränkt ist, d.h. man wird eventuell in einem Durchgang nicht alle Aspekte vollständig abbilden können. Dies muss nicht notwendigerweise das 'Aus' für solch ein Vorgehen bedeuten. Dies liegt daran, dass wir es im Falle von sozialen System mit einer maximalen Komplexität zu tun haben, die -nach heutigen Erkenntnissen- grundsätzlich immer nur Annäherungen zuläßt. Man wird also immer, wie hoch der Aufand auch sein mag, nie ein vollständiges Modell bekommen. Für die beteiligten Personen ist dies aber nicht schlimm, da aus Sicht des einzelnen schon die Erarbeitung eines nur bedingt gültigen Modells einen großen Fortschritt darstellen kann. Vor allem dann, wenn dieses partielle Modell plötzlich auch von anderen in gleicher Weise geteilt wird. Dies erweitert den Raum gemeinsamen Handelns, und dies bedeutet eine relative Verbesserung der Situation.
Gerd Doeben-Henisch 2009-12-09