Das Modell als solches ist nur eine Beschreibung, die als solche nichts 'tut'. Um zu wissen, wie sich aus der Beschreibung einer aktuellen Situation ein möglicher Prozess ergeben kann, muss man ein Simulationsprogramm besitzen, das eine solche Beschreibung interpretieren kann. Mehr noch, dieses Programm muss in der Lage sein, aus der Beschreibung der aktuellen Situation eine Nachfolgesituation zu errechnen (vgl. Bild 5.4. Im Prognosekontext -z.B. Wahlprognosen oder Bevölkerungsvoraussagen- nennt man dieses Berechnen der Nachfolgesituation oft Hochrechnen. Wir nennen das Berechnen von Folgezuständen zu einer gegebenen Anfangssituaqtion hier Simulation.
Im Falle des Simulationsprogramms OKSIMO muss man die Startwerte für die aktuelle Situation eingeben (vgl. Bild 5.5), dann muss man noch festlegen, welche Werte man für die Hochrechnung angezeigt haben möchte (vgl. Bild 5.6), und dann berechnet das Simulationsprogramm den Verlauf der Werte in der Zukunft (siehe Bild 5.7).
Natürlich ist solch eine Simulation nur so gut wie die Annahmen, die ihr zugrunde liegen. Wer die im konkreten Beispiel z.B. die Geburtenrate und die Sterberate falsch einschätzt, wird nach einigen Jahren herbe Überraschungen erleben können. Neben der Qualität der Modellbauer spielt natürlich die abzubildende Situation selbst eine grosse Rolle. Überall dort, wo dynamische Faktoren -wie z.B. das Verhalten von Menschen in Form politischer Entscheidungen- in die Modellierung eingehen, kann sich das Verhalten in der realen Welt jederzeit drastisch ändern. Dann nützt eine Simulation nur in einem eingeschränkten Sinne. Dies gilt es immer im Auge zu behalten.